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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
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351
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und das Epos. 25 1

die Götter wesentlich, unentbehrlich; aber auch höchstnatürlich.

Sie sind es auch, wie man nicht nur bei Mil»ton und Klop stock, sondern selbst bei manchemRoman sichet, jedem wahren Epos. Allego-rien , Abstraktionen, dergleichen Schattengestaltenkönnen jene mächtigen Wesen nicht ersetzen,deren Gegenwart unsere Seele jetzt füllet, jetzt erhe-bet und aufregt. Mit dem gemc i n - m enschli-kh.en Hans und Peter sind wir zu bekannt; mitErdgeschöpfen haben wir täglichen Umgang ; auch dasGöttliche wollen wir einmal sehen, das imMenschen und mit ih m wirkt, oder das, alshöchster Rathschluß, über ihm schwebet. Recht hatalso Aristoteles, daß er den Mythus (die Fa-bel) zum ersten Erforderniß des Epos sowohl alsdes Heldenspiels macht; E h araktete sind nur daszweite. In die Fabel verflochten, dienen wir alle demUeberirdischen, das durch uns wirkt, das über unsschwebet; die höchsten Sieger zwingen und überwin-den das Schicksal.

Uebrigens ist's eine Fabel, daß das wahreEpos seine Macht verloren habe. Ar io st undTasso, Milton, Klo pflock, Wielandund manches andere wahrhaft Epische hat Wirkungenhervorgebracht, die kein anderes Gedicht hervorbrin-gen konnte: denn die höchst-philosophische Geschich-te des menschlichen Geistes und Herzens, in leben-digen Charakteren auf die wirksamste Weise durcherzählende Rede dargestellt, ist ja das Epos. Daes dies nun in einer Kunstform thut, die einerseitssich der Handlung oder Begebenheit eines Helden an-