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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
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VII. Homer

Namens, von dem er wohl wußte, daß er ihm nichtgebühre. Lucans Gedicht vom pharsalischen Krie-ge hat fürwahr treffliche Stellen ; eine Epopee konn-te es nicht werden, weil der Zeit Lucans das gött-lich-E i n w i c k en d e iM Glauben der Urzeit, desalten lebendigen Worts fehlte.

An die Stelle des r e i n - G ö t t l i c h e n näm-lich trat zuerst das Zauberha fte, dessen Beginnman schon in der Odyssee wahcnimmt. In den dun-keln Zeiten nahm der Glaube daran sehr zu. Inromantischen Gedichten that cs eine gute Wirkung;mehr aber dock), wenn wir aufrichtig seyn wollen, zuUnterhaltung eines angenehmen Wahnes undBlendwerks, als zu Erweckung jenes kiefernund höheren Gefühls, das das Göttliche alleinbewirket. Als man daher bei Wiederauflebung derAlten zur lvahren Epopee zurückkchrte, und sah, daßes in ihr mit wichtigen politischen Begebenheitennicht ausgerichtet war, daß man auch göttlicherKräfte bedurfte, nahm man zu religiösenGegenständen seine Zuflucht; die, glaubte man, könn-ten der Epopee dies U e b erm en sch lic h e, Wun-derbare geben. Wohl, wenn sie auch den Glau-ben daran geben konnten; sonst schwächten sie,ohne den mindesten Ersatz, die Triebfe-dern der Menschheit. Daher die lahme Wir-kung in Tasso's befreitem Jerusalem und anderndergleichen Gedichten. Engel lhun, was Menschen^ thun sollten, und was sie auch ohne Engel würdengethan haben. Daher der leere Schmuck manchesneueren Gedichts, von dem Homer nichts weiß, in-dem er Tand und Wahn ist. Dem alten Epos sind