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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
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VII. Homer

ftn, regt uns selbst die verkettete Odyssee apf; siebefriedigt nur stückweise; ist aber auch verflöchte»wie ein Concett, wie ein Gewebe. Also liegt An-fang, Mittel und Ende im Wesen jeder Er-zählung, weil sic sonst unangenehm, ohne Maas undZiel wäre.

2. Eine merkwürdige Begebenheit,ein Eben teuer beschäftigt das Epos; auch diesist Natur der e r b ö h c ten Bolkssage, als ei-nes lebendigen poetischen Worts. NichtSentenzen und Scntimcnte, nicht, (ob sie gleich da-zu geboren.,) für sich bestehende Charakte-re bilden die epische Volkssage: denn worauf bestün-de ein Charakter außer dem Mythus, d. ».außerder Welt? Hinaus in die Ebene vor Trojs!Die Begebenheit, das Eb en teuer bindetCharaktere; es übet und prüft sie; der Ausgang(eventus) steht uns vor Augen;*) jetzt wird H a n d-lung. Zu solchem und keinem andern Zweck läßtdas Epos Gestalten vorüberwandeln; Gestalten demOhr, als sähe sie das Auge. Das Auge des Gei-stes sichet sic; ein Zug löset den andern auf; da-mit verklärt sich die Gestalt; nur dem Geist stehetsie ganz da, nie dem Auge. Und doch auch diesemstehet sie nicht da; sie wirket, sie schafft; nurso war sie gegenwärtig, übrigens nie vollendet. AlleZüge des Dichters entwarfen nur ihre Gestalt,höher und höher, weiter und weiter, bis er imrechten Moment sie verließ, indeß sich eine anders

*) Bekanntlich hat Ebenteuer (»venture) von even-tus den Namen.