344
VII. Homer
durch welche es wirkt, fordern seinen Kunstbau.Nach einer Reihe endloser Sänger muß endlich vomEvcpes und der Eum et iS ein zusammenfügcn-der, znsammenstimmcndcr Home ros gebohrenwerden.
r. Jedes Ding hat Anfang, Mitte undEnde; so auch die Erzählung, sie möge gesprochenoder gesungen werden- „Hatte ich hundert Mündetund tauänd Stimmen", sagt der epische Sänger;er hat indeß nur Einen Mund, nur Eine Stimme;wie er anfing, muß er auch enden. Mithinmuß er jeder Erzählung, die an sich unendlich wäre,Umriß, Anfang und Ende geben. Dies ist der Ur-sprung des berühmten Lobspruchs: in nrsckiss resrapir*), des Homer, d. i er weiß der Sache eineGestalt, der langen Erzählung eine überschaulicheGröße zu geben.
Wo fängt der Zorn des Achilles an? wo endetec? Ihm war Zank, dem Zanke Pest, der PestSchuld, der Schuld Raub, dem Raube Krieg vor-hergegangcn; wohin kämen wir, wenn vom Ei derLcda an dies Alles erzählt würde? Der Sängergreift also mitten in die Materie; bei der Lauf-bahn , die ihm vorliegt, konnte er nicht anders. Woendet der Zorn Achilles? Da, wo man ihm seineVriseis zurück, und die vielen Gaben anbeut? Dawo statt seiner er den Patroklus ausschickt? Nichtsminder: denn Patroklus fallt und ein größerer
Er ist sogleich in Mitte der Sache und der Er-zählung-.