leicht übersehbar, geschlank und fröhlich, das Augekünftiger Geschlechter mit Anmuch und Würde ewigfesthielten. Dazu half ihm sein Gesang, ein ein-facher Strom, in den alle Belehrung floß, der inlyrische und -dramatische Ströme, wie in bunte M ä-ander, noch nicht vertheilt war. Gesang undDrama, Redekunst und Weisheit blühen in ihm nochauf Einem Baume; erst spatere Zeiten kamen undpflanzten jede besonders. Denn aus Homers Kunst,die aus dem Munde der Muse Gesänge reihetund ordnet, aus diesem einfachen Kunstwerk, inwelchem sich Vieles zu Einem auf die leichteste Wei-se fügte, entsprang eben unter den Händen der Zeitjene andre Kunst und Dichtung, die beide immerein Eins in Mehreren«, mithin Handlung,Knoten, Fortleitung und Auflösung lie-ben. Nur Er schlang dies Band der Gesänge mitfast unmerklicher, leiser Hand; die holde, günstigeZeit wars, die diesem alten Propheten eine Fami-lie, d. i. Kinder gewährte, die das von ihm ge-schlungene Band weiter zogen und fortknüpftcn. Dasliebliche Jonien, die Mutter aller Künste, gebahrHomer; die griechischen In sein bis zur west-lichen Welt hin, haben seine Gesänge erzogen; Athennahm sie auf, bildete sie im Drama und sonst viel-fach aus und sprach darüber. In Alexandrienendlich gelangten sie nach vielen Fragen und Zwei-feln, mit Obelisken und Asterisken geschmückt, zuder Gestalt, in der sie uns die Zeit übergeben.
Als ich in Rom das berühmte Denkmal derApotheose Homers*) sah: „Jupiter, Apollo,
*) Bekanntlich haben es Tu per, Schott u. a.erkläret» Eine andre Vergötterung Homers führe