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VI. H o in e r,
Ob uns also gleich ein Haupttheil dessen, waszum Homerischen Kreise d es W i s s cn s wür-digcn gehöret, entwandt ist: so darf man dennochnur die Ilias und Odyssee selbst, sogar in dem,was uns das Entbehrlichste scheint, mit Aufmerk-samkeit ansehn, um an der Zdee eines solchen Krei-ses von dem, was dem damahligen Griechenlandswiffenswürdig schien, nicht zu zweifeln. *) Man
*) Um Mißverständnissen zuvorzukommen, merke ichan, daß hier nicht von jenem mythischenoder epischen Cyklus, d. i. von einer ge-schloffenen Sammlung alter Dichter und Mähr-chen die Rede sey, wie ihn die Alexandriner fest-setzten; diese Anordnung, scheinet es, war blosbibliothekarisch und literarisch. Wir sprechen hiervon einem Kreise des Wiffenswürdigen in einergewissen Denk - und Seharr; ein solcher liegt inallen epischen Dichtern, in jedem nach dem Be-griff seiner Zeiten. Er ist inHomer, Dante,Ariost, Milton u. f. Er bildet sich, ohnedaß es der Dichter weiß; denn dieser trägt eineWelt in sich (reo-r^ou) und suchet für sie Raumin seinem Gedichte. Da nun in jenen Zeiten derlebendige Gesang und zwar im Ton der epischenErzählung die Stelle aller Bücher vertrat, da erselbst die einzige Kunst der Unterweisungwar, indem man andre Dichrungsarten, z. B.Komödie, Tragödie u. f. noch nicht kannte: somußte man, gleichsam ohne daß man es wollte,darauf yinausgehn, in die beliebtesten Gesängealles das zu bringen, was in Himmel und aufErden die Menschheit interessirte. Es war Na-