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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
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ein Günstling der Zeit.

Altcrtbums mittelmäßig gearbeitet; indessen ist seineIdee groß, mithin auch seine Wirkung. Die RegelPolyklets ist in ihm sichtbar; man kann ihmseine Aufmerksamkeit nicht versagen. Daß die Grie-chen dieser Kunstrcgel so treu blieben, sicherte sie;sie schweiften nicht, wie die Neuern umher, die sichalles für erlaubt halten.

Homer stiftete mit seiner Gcsangsweise diewahre Schule Griechenlands, die sich bis auf sehrspate Zeiten in Blüthe erhielt. Der griechische Ge-schmack in Kunst, Dichtkunst und Weisheit ist demHomer und seinenH o m er iden fast alles schuldig.

Es gab einen Orphi sehen Geschmack, dersich in den Geheimnissen der Eingeweiheten langeerhielt. Wir haben davon spate Proben in Frag-menten und Hymnen: wahrscheinlich ab'er wird nie-mand unter uns diesen Orphischcn mit dem Homeri-schen Geschmack vertauschen wollen und jenem dieAllgemeinheit wünschen.

In Hesiod us haben wir andre Proben meh-rerer uralter griechischer Denkarten ; die wenigstendavon werden wir gegen Homers reine Gestalten,gegen seine heitere, weise Denkart verwechseln.

Homer nämlich änderte den alten Geschmack,dadurch, daß er gleichsam den Himmel auf die Erdezog, und, indem er jene ungeheuren abgelebten Fa-beln der Vorwelt an ihrem Ort ließ, alle seine Ge-stalten rein menschlich machte. Von Hekdenbegeben-heiten wählte er die jüngste unter den alten,die ganz Griechenland intercssirte. Von Helden dieBlume der Helden, den tapfersten, und denschlauesten. Hiedurch legte er in seine Gedichte