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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
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308
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VI. Homer,

Unter Orpheus Namen haben wir ein Ge-dicht, die Reise der Argonauten. DerSänger Orpheus erzählt seinem Schüler Mu sauseine berühmte Fahrt, der er mit beigewohnct, unddie Erzählung geht fort, wie die Reise. Man kann,wenn uns an der Eharte nichts liegt, Glieder auS-kassen und Hinzuthun, am Ende gelangt man dochmit Orpheus zurück in seine Behausung.

Ganz anders ists in der Jliade. Neun Jahredes trojanischen Krieges waren verflossen, an dieder Sänger nur episodisch denket. Sein Gedichtleitet sogleich eine Handlung und mit ihr eineReihe von Handlungen ein, die an einander leiseund fester, bis zum Ausgange hinaus geknüpft sind.Ja hinter diesem Ausgange ist man selbst noch dasEnde des Helden, das uns an mehreren Orten alsnahe verkündigt wird, zu wissen begierig.

Wie die Jliade den größesten griechischenHelden vor Troja, und aus seinem Leben die wich-tigste Periode emporhob, so wählt die Odysseeunter allen rückkehrenden Helden, den Vielgewandtc-sten, der das meiste erfahren hat, der also auch ambesten erzählen konnte. Bon Agamemnon, Me-nelaus u. a. hören wir hie und da, was wir hö-ren sollen, nur episodisch. Um Ulysses schlingtund windet sich der Kranz aller Erzählungen dieserAbendgegend; und zwar so zierlich ist er geschlungen,so weise, daß es nicht gleichgültig bleibt, ob diesder Dichter oder Ulyß erzählt? ob es Eidothea,Circe, Tiresias sagen? alles ist durch und ineinander schlau und verständig geordnet.