rin Günstling der Zeit. 807
Zweitens. Was von Begebenheiten gilt, giltauch von Helden. Einer war beliebter als derandre; an jenen knüpften sich mehr ineinandergrei-ftnde Merkwürdigkeiten. Ec ward also der Haupt-held einer beliebteren Sage; sein Leben gab Mo-mente einer Haupthandlung.
Drittens. Dem Sänger selbst war eine Zu-sammenfüqung mehrerer Gesänge zu Einem Gan-zen vorthcilhaft und angenehm. Ein Gesang wiessodann auf den andern, Einer floß aus dem andern ;nach Jenem ward dieser gefodert. Die Einheiteiner H a n pt h a nd l u n g war also nicht nurHülfe für sein Gedächtniß, sondern auch eine wirk-liche Erweiterung der Seelenkraste und der Aufmerk-samkeit für den Hörer. Aus einem anmuthigcn La-byrinth ward dieser in ein andres Labyrinth, odervon Höhe zu Höhe geft'ihrct. War Einmal ein
Knote des Gesanges geschürzt, so wollte er denKnoten gelöset sehen; der Sänger mußte ihn lösen,oder er war kein Meister.
Viertens. Auch die Gesänge hielten sich durchdiese Verkettung an einander fester. IndemEiner an den andern erinnerte und sich an ihnschloß, konnte jener so wenig, als dieser vergessenwerden. Das vorgesteckte Ziel der Handlung wardie Achse des sich walzenden Rades, der Mittelpunkt, der alle Felder des Schildes an. sich be-festigte und mit sich forttrug.
Lasset uns die Erweise davon in Homer, ver-glichen mit andern Dichtern, sehen.
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