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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
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den mahlte. Nichts durfte ausgelassen werden, bisdieser Zweck erreicht war; dann aber säumte dasBild auch keinen Augenblick langer; das innere Au-ge des staunenden Zuhörers eilte und verlangte wei-ter. Daher der prächtige und gehaltne Gang Ho-mers; daher, daß in ihm bei allen Wiederholungeneigentlich nichts müßig da steht, obgleich alles so lo-se erscheinet. Daher auch, daß bei jeder anscheinen-den Leichtigkeit übersetzt zu werden, Homer (sowiealle Dichter, die lebendig sangen und nicht schrieben),in diesem Stück fast unübersetzbar bleibet. *) Dennnicht die Harmonie des Verses ist .eigentlich das Steu-er seiner Rede, sondern nur ihr Ruder. Der an-schauliche Fortgang der Begebenheit,der w a c h se n d e G an g der Rede, mit jedemneu hinzusließcndem Auge; Er ist das Hauptwerk,über welchem man selbst die Harmonie des Versesvergißt, und fast unwillig wird, wenn man, unzei-tig erinnert, an sie als an etwas Besonderesdenket. Bei den alten Sängern durfte dies der Fallnie seyn, oder die Harmonie selbst hinderte die Wir-kung des Epos. Dies nahm sich Zeit, Alles gan;barzustellen, daß, auf dem Flügel der Rede fortge-tragen, der Hörer mit Vergnügen eilte und weilte.

*) Wenn Eine der gebildeten Sprachen Europa's indiesem Fortschreiten der Bilder und ihrer Zügeder grichischen nachstreben kann und darf, ist esdie Deursche; sie kann sie aber dennoch nie errei-chen. Vossens herkulisches Verdienst in Uebcr-setzung des Maoniden ist von jedermann anerkanntund geachtet.