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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
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VI. . H o m e r,

Ich genoß das zauberische Vergnügen, die Kunst-werke des Vatikans, des Kapitoliums u. f. unter ei-ner verständigen Fackel - Beleuchtung zu sehen; hierbelebten sich Götter und Helden, und Mein Augesah, wovon so viel geschrieben war, wovon auch ichim Nebel geschrieben hatte, den Gang der griechischenEpopee, den festen und sanften Tritt ihrer Erschei-nungen und Gestalten. So, sprach ich, schreitet

Apoll auch im Homerus einher; so saß Zevs imOlymp, als Thetis zu ihm trat; dies ist dasHaupt der königlichen Juno. So gieng Dianaeinher; so die mütterliche Demeter; und also zeig-te sich die kriegrNde Pallas. Dies ist des göttlich-schönen Achilles, jenes der vielgcwandten Ulys-ses Haupt; so blickte Ajax zum Jupiter empor;so rettete er den tobten Patroklus.

Auch auf allen erhabnen Arbeiten der griechischenKunst aus guten Zeiten, herrscht diese schöneFottschreitu ng in nüchterner Einfalt, in einetbedeutungsvollen Ruhe und Wahrheit. Allenthalbenist eine dau re N d e Handlung vorgestellt, dieetwas hinter sich, etwas vor sich hat, und im Fort-schritten den rechtes; Punkt, gleichsam das Momenteines Epos traf, von der Kunst erfaßt undverewigt.

Hier kam also der Takt der alten griechischenDichtung in meine Seele; diese sang, sie stell-te dar, erzählend. Da durfte kein Bild, keinZug des Bildes in der lebendigen Rede langer ver-weilen, als es der anschauende Sinn des HöreNdeNwollte; jeder Zug trat auf der Stelle hervor, wie etsich der ganzen Gestalt nach in der Seele des HöreN-