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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
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sang und singend crsindcn konnte; gut auch für sei-ne Nachsängcr, die H o m e r i d e n; die Quelle desheroischen Hexameters floß ihnen umicrsieget. Wiestand es hiebei aber mit der Erhaltung solcherGesänge im Munde der Rhapsoden?Mochten sie ihren Homer mit der gewissenhaftestenTreue gelernt haben und mit einer Art göttlicherVerehrung wiederholen: die Leichtigkeit des Verses

nnd der Erzählung selbst lud zu Veränderungen ein.Hier konnte dieser, dort jener Vers eingeschaltetwerden; bei ähnlichen An- und Ausklängcn bot ersich von selbst dar. Ueberdem war die griechischeSprache auf allen den Kmsten und Inseln, in allenden Ländern und Städten, wo Jahrhunderte durchHomer gesungen ward, war und blieb sie diesel-be? In Asien, dem Archipelagus, in Alt- undGroß - Griechenland, mußte nicht der Sänger, wenner verstanden, wenn er mit Entzücken gefühlt scpnwollte, sich hie und da dem Qhre des Volks beque-men, und also verändern? Jedermann, der esversucht hat, weiß, was die lebendige Gegenwarteiner Versammlung dem Sprechenden für Gesetze auf-legt; hier kann er nicht alles sagen, was er dortsagen konnte; er kann es nicht auf dieselbeArt sagen. Und da es der Zweck des Rhapsodenwar, mit der Versammlung gleichsam ganz Eins zuwerden, und aus seiner in ihre Seelen homeri-sche Begeisterung, Vergnügen und Musehinüber zu strömen, wozu er sogar auch mimikchseKunst anwandte; so ist, wenn man sich dabeidie griechische Lebhaftigkeit im Vortrage, im Erzäh-len, im Extemporiren erdichteter Geschichte einiger-