Kleine griechische Gedichte. S79
Er in den Lüsten zerfleischt ward, unbeschadet er-hieltest,
Und es dem Vater brachtest, damit nach heiligem, Rath sch luß
Uns in Semelens Schooß ein neuer Bacchus
entspränge;
Du, die der zaubernden Hekate Hunden die Häup-ter hinabschlug,
Und die Ungeheuer der thierischen Lüste vertilgend,
Uns der Weisheit Pforten, wo Götter wandeln, er-öffnet,
Heiliger Gipfel du der Menschen erweckenden Tugend,
Die, der Erfindung spürenden Sinn mittheilend dm
Seelen,
Unser Leben mit vielfach-blühenden Künsten ge-schmückt hat.
Auf dem Gipfel Athens, in Akropolis, stehet
dein Tempel,
Sinnbild deiner Höh' in der großen Kette der We-sen.
Liebend das heldenernährende Land, die Mutterder Schriften,
Widerstandest du kühn Poseidons wildem Ver-langen,
Und gabst deinen Namen der Stadt und weise
Gcmükher.
Dieses Sieges ein herrliches Zeichen den spater ge-
bornen,
Pflanzetest du hoch auf des Berges Kipfel den Oel-
baum;
Sndeß tausend Wellen des Meers, von Po seid»»
erreget,