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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
Entstehung
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268
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'268 ^ V. H y l c.

Achtet sich selbst nicht mehr, nicht mehr die männ-liche Tugend,

Wagt zu sprechen nicht mehr, nicht mehr zu be-ginnen was Edles,

Sondern schaudert und bebt, wenn die reichen Mäch-tigen dastehn;

Kummer und Elend nagen ihm stets das welkende

Herz ab.

Jener im Gegentheil, dem über viele zu herrschen

Gott gab und ihm Güter und Glück gewähret!,

denkt nicht,

Wem zu gut er die Erde mit seinen Füßen betrete;

Er vergiffet, daß, die ihn erzeugten, Sterbliche

waren,

Donnert in seinem Stolze dem Zevs gleich, hebet

das Haupt hoch,

Ob er ein Zwerg gleich ist und buhlt um die schöne

Minerva,

Oder spähet sich gar einen Schleichweg aus zum

Olympus,

Daß an der Göttertafel er mit Unsterblichen speise.

Aber es schleicht auch ihm mit leisen Tritten die Ate*)

Ungesehen heran und unerwartet: sie gehet

Auf dem Scheitel der Menschen; den Alten erschei-net sie Jungfrau,

Jünglingen alt; doch bringt sie jedem Verbrechen

die Strafe

Und vollführet Jupiters Amt und der strengen Ver-geltung.

Rhianus.

*) Die Göttin des Uebels und Schadens.