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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
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257
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Kleine griechische Gedichte. 207

Die unnütze Mühe.

Sind die Gesänge schön, die ich singe, wie sie di«

Muse

Mir verleihet: so werden auch sie schon Ehre mir

bringen.

Und gefallen sie nicht, wozu die weitere Mühe?

Hatte Jupiter uns, hätt' uns die windende Parze

Zwo Lebzeiten zu leben gegönnt, die Eine voll Arbeit,

Eine andre voll Freuden und Lust, daß man sich

der Mühe

Nun begeben könnt' und ihre Früchte genießen.

Aber da uns die Götter nur einen flüchtigen Kreis-lauf

Senden, ihn durchzuleben, der schnell und allen

ungnügsam

Wegrollt; ach wir Arme! wie lange wollen wir

mühend

Uns abmatten? wie lange den Geist auf Wucher

» und Künste

Wenden, immer begehrend mehr und reichere Güter.

Wahrlich, wir vergessen, daß uns zum Tode ge«

bornen

Eine kurze Zeit die Parze zu leben bestimmt hat.

Bion.

Der ruhige Weise.

Glücklich bin ich, 0 Schicksal, du hast mit seliger Ruh«Meine Seele, du hast mit Muße mein Leben beschenket:

Herders W. z.schön.Lit.u,Kunst. X. R 6,','ecL. Lir.