Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
Entstehung
Seite
256
Einzelbild herunterladen
 

258 V. H y l e.

Das Land - und Seeleben.

Wenn das bläuliche Meer im sanften Winde sich

kräuselt,

Reget mich auf mein schüchterner Muth. Die länd-liche Muse

Reizt mich nicht, cs reizet mich mehr die Stille

des Meeres.

Aber ertönt dann wieder die grause Tiefe: daS Meer

schlägt

Hohle Wellen und schäumt; auf Wogen stürzen sich

Wogen;

Schnell wend' ich die Augen zu Erd' und Baumen,

und fliehe

Jenen gefährlichen Grund! des Landes Boden al-lein scheint

Mir dann sicher, allein gefällig, der schattige Hain

dann,

Wo auch mitten im Sturm melodisch säuselt die

Fichte.

Wabrlich ein Fischer lebt ein armes Leben ; ein Nache

Ist sein Haus, er ackert im Meer, er jagt in den

Wellen

Trüglich. Jndeß ich unter dem brcitbeblatterten

Ahorn

Schlummere süßen Schlaf, und höre die murmeln-de Quelle,

Die uns Ländliche sanft ergötzt und nimmer erschrecket.

Moschus.

Die