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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
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IV. Anmerkungen

Dousa und so viel andere hcrvorglanzen, und wa-ge es geradezu, diese, die einfachste Gatrüng desEpigramms, als ein schönes Vorbild jugendlicherHebungen zu empfehlen.

Und das aus folgenden Gründen. .Zuerstkenne ich keine Dichtungsart, die einen so leichtenUebergang von allem Anschaulichen, was den mensch-lichen Geist oder das Herz inrcrcffiren kann, zu ei-ner reinen Exposition und zu einer bestimmten ener-gischen Sprache gewahrte, als das Epigramm devGriechen. Zn ihm lernt der Jüngling eine schöneRunde, eine liebliche Klarheit, ein Eilen zum Ziel-aufdem kürzesten, treffendsten Wege. Eine brausendeOde lasst sich leicht hcrschwärmen, eine lässige Idyl-le leicht herschlcndern; manches muffige Wort inihnen wird übersehen, ja in manchem Ganzen weißder Autor selbst nicht was er wollte. Bei deM'Epi-gramm nicht also. Hier ist der Gegenstand, das Ziel,die Form sehr bestimmt gegeben, kein Wort darfmüssig stehen, kein Zug darf fehlen; oder beidesfallt sogleich auf, und der Zweck des Gedichts wirdnicht erreicht. Daher finden wir, daß manche grosseMänner, die gute Fußgänger waren, sobald sie sichan's kleine Epigramm versuchten, einen lahmen Gangzeigten: denn hier galts keinen Spazierweg, son-

dern den kürzesten Lauf zum Ziele. In diesem Be-tracht halte ich das Epigramm nicht nur für einenProbierstein des Witzes, sondern auch des scharfsin-nigen Verstandes, der leichtesten Drdnung, des zweck-mäßigsten Ausdrucks. Ein kr ffendcs Epigramm sagtoft mebr, als eine langweilige Abhandlung voll un-nöthiger Vorbereitungen, Scitcnsprünge und Dekla-mationen.