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234 IV. Anmerku ngen
stumpf, daß cr nicht ein Epigramm machen könnte,und wer so thöricht, daß cr nichts als Epigrammemachen wollte? "
Zuerst ist's eine ausgemachte- Sache, daß dieBestimmung eines Begriffs, wer dieser auch seynmöge, für sich, als Erkenntniß, einen Wertst habeund ihren Nutzen mit sich führe.
Im Reiche der Wahrheit kommt es nicht aufGröße und Kleinheit des Objekts, sondern auf dieArt an, wie cs uns bekannt gemachr wird; kurZergliederer einer Wcidenraupe kann mehr Verdienststaben, als der unb.stimmte Lobrcdner des Eleplan-tcn. Alle Begriffe langen in der Kette der Wahr-heiten an einander; die kleinste kann der größestenoft nicht nur dienen, sondern selbst unentbehrlichwerden.
Da cs nun bekannt ist, daß die Theoristcn desEpigramms bisher meistens nur von Martial aus-gingcu und auf die Anthologie höchstens einen Sei-tenblick warfen; mich dünkt, so lohnte es der kleinenMühe, die Aussicht bis dahin zu erweitern. DieGriechen sind Meister und Lehrer in allem Schönengewesen; und in dieser kleinen Dichtungsart solltesie das Unglück so verfolgt haben, daß ihre zahlrei-chen Arbeit.» darin keine Aufmerksamkeit verdienten?Nur von ihnen bekamen >a die Römer diese wie alleGattungen der Dichtkunst, und wenn wir das Epi-gramm aus den Händen neuerer Nationen haben:sind diese sammtlich und sonders es nicht auch denGriechen und Römern schuldig? Woll.n wir je ei-ne philosophische Poetik oder eine Geschichte der Dicht-