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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
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229
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über das griechische Epigramm. 229

Beispiele unserer altern dunkeln Epigrammatistenzeigen.

Eben so ist es mit der Anmukh (vannstas):sie ist keine allgemeine und erste Eigenschaft des Epi-gramms; ihm kommt sie nicht mehr zu, als jedemandern Gedichte. Nicht alle Gegenstände wollen an-muthig vorgetragen seyn: einige machen auf etwasHöheres, auf Würde und Rührung Anspruch; an-dere wollen stechen, nicht streicheln und salben. Wasaber jedes Epigramm haben muß, ist lebendigeGegenwart und fortgchcnde Darstel-lung derselben, Energie auf den letztenP u n kt d c r Wi r ku n g.

Endlich nimmt ans unserer Erklärung Das Auf-schluß , was man die Pointe (aouinun) des Epi-gramms nennt und als ein tiefes Gebeimniß behan-delt hat. Aus dem Begriff der Aufschrift folget sienicht: denn will jeder gestochen seyn, der eine Auf-schrift liefet? l.iden alle Gegenstände einen solchenStachel? und wäre überhaupt der Begriff einesStichs der Sinn des Worts Pointe? (aaunrarr).und aller Epigramme trefflichste Wirkung ?

Mit Nichten; der Ausdruck selbst will 'etwasAnderes sagen. Jeder Gegenstand nämlich, der vor-gezcigt werden soll, bedarf Licht, damit er gesehenwerde; der Künstler also, der für's Auge arbeitetmuß auf Einen Gesichtspunkt arbeiten und für ihndas Moment feines Subjekts wählen. Was demKünstler dieser Gesichtspunkt von außen oder dasMoment dieses Gegenstandes von innxn ist; das istdem Epigramm die Pointe. Der lichte Gesichts-punkt, aus Hem der Gegenstand gesehen werden