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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
Entstehung
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228
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223 IV. Anmerkungen

kurz abgefertigt werden." Wie aber, wenn der Wan-derer ein muffiger Spaziergänger wäre und gern ver-weilte? Indem sind ja die wenigsten EpigrammeAufschriften für die Landstraßen, und. wenn sie eswären, so müßte wer sie lesen wollte, sich Zeit neh-men , sie zu lesen, sobald ihre innere Natur Weit-läufigkeit forderte.

Diese aber selbst fordert Kürze; und das ist derGrund der Regel. Ein Gegenstand nämlich soll zueinem einzigen Punkt der Wirkung vorgezeigt wer-den; wie kann dies anders geschehen, als mit stren-ge gehaltener Einheit, mit Sparsamkeit sowohl alsmit weisem Verhältnis der Züge gegen einander undauf den letzten Punkt des Ausgangs ? Da Wortenicht wie Farben schildern, da sie uns die Züge nurnach einander, wie Tropfen, zuzählen und der vorigeZug verschwunden ist, wenn der folgende erscheinet:so muß das kleine Gedicht, das uns den ganzen An-blick, den Sinn eines Objekts ^ebcn will, nothwen-dig das Hindernis des Mediums, wodurch es wirkt»d. i. die Unvollkommenheit der successtven Sprachezu überwinden suchen und das Meiste im Wenigsten,das Ganze im kleinsten Maas, mit der bestimmte-sten Absicht auf seine Wirkung geben.

Die Regel über die Kürze des Epigramms lo-set sich also in den Begriff seiner Einheit auf:denn sobald Kürze die Klarheit der Exposition oderdie Wirkung des Ausganges hindern würde: so istsie kein Erfordernis mehr, sondern ein Fehler. EineReihe zu wenig kann dem Epigramm eben so wohlals eine Reihe zu Viel , schaden, wie so manche