.über das griechische Epigramm. 227
Die Einkhcilung der alten Tbeoristen, da sic dieEpigramme in einfache und zusnmmenq e-.setzte classisicirten, bekommt hiemit auch Bestim-mung und Wahrheit. Die erste, oft auch die zwei-te, dritte und vierte Gattung wird sich zum Namendes einfachen; die fünfte, sechste, meistens auchdie siebente zur Elaste zusammengesetzter Epi-gramme fügen, weil jenes einfach fortgeht, diese sichdurch das Zwiefache, das in ihnen anfchaubar ge-macht wird , mehr oder minder entfalten und son-dern.
Durch allch Elasten aber wird der Eine Haupt-beariff merlbar, daß das Epigramm ein gegen-war t i g e s O bj ckt zu einem einzelnen fest-bestimmten Punkt der Lehre oder derEmpfindung poetisch darftelle oderwende und deute, mithin ist der Name Sinn-gedichte, zumal für die schönsten Gattungen sehrglücklich. Dem gegenwärtigen Objekt wird gleichsamSinn gegeben, Sinn angedichtet und dieser in derkürzesten, angenehmsten, lebendigsten Sprache unszum Sinne gemacht, d. i. in unsere Seele geschrie-ben. Die gewöhnlichen Regeln des Epigramms las-sen sich aus dieser Erklärung nicht nur finden; son-dern sie nehmen auch aus ihr Grund und Ursache her,
Man pflegt z. B. vom Epigramm Kürze,
Anmut!) und Scharfsinn (krevitmern', vs-nustatsm, auuinmi) zu fordern, und giebt zuwei-len sehr unbefriedigende Ursachen an, warum mansie fordere?
Ueber die Kürze sagt man: „Die Aufschrift seyfür den Wanderer gemacht und ein Wanderer müsse -
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