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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
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226
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IV. Anmerkungen

Gnomolonen zusammen, die zuletzt mit andern klei-nen Gedichten in Einen Kranz kamen. Da nun beiden Griechen die elegischen und° gnomischen Dichter'mit den epigrammatischen gar einerlei Sylbenmaaßhatten; wie kannte es anders seyn, als daß alleDrei sich einander halfen, sich auf einander bezogenendlich auch mit einander vermischt wurden. Beiden Sinnsprüchcn kam viel darauf an: Wer sie ge-sagt batte? und Wann er sie sagte? Die Umstän-de ihrer Veranlassung vertraten gleichsam die Stelleder Exposition; dhse ward meistens vergessen undnur der Spruch, gleichsam der Ausgang des Epi-gramms, bli>b im Gedächtnis. So auch mit demOrt, der sie darstcllte. Oft war dieses ein Grab;, Und auf berühmte Gräber z. E. Sardanapals, Ey-rus, Alexanders u. a. wurden Sprüche zu Inschrif-ten gedichtet, die nie darauf gewesen waren. DasGrab vertrat die Stelle der Exposition, der Spruchselbst war die Anwendung.

Wir Deutschen sind vorzüglich reich an Sinn-sprüchcn, die uns statt wahrer Epigramme gelten.Unter den dreitausend Sinngedichten, die Log augedichtet bat, werden sich wahrscheinlich dritthalbtausend Sinnsprüche finden, die vom wahren Epi-gramm wohl nichts als ttrva die Kürze und denscharfsinnigen Ausdruck haben dürften.

Rücken wir also die angeführten Gattungen zu-sammen: mich dünkt, so breitet sich das Epigrammmit seinen kenntlichsten Farben sehr hell auseinander.Von der historischen Exposition erhebt cs sich zumSinngedicht mit Schilderung, Wendung und Täu-schung; neiget sich endlich auf der andern Seite zumsinnreichen Spruch hinunter.