über das griechische Epigramm.
225
machen zugleich eine Anwendung davon; so gehörensie zur zweiten. Oder sic sind Klage, eine Elegieauf dem Denkmal, eine Einsegnung de-s Grabes u.f., mithin gehören sic zur vierte» Cattune. Odersie schildern das Monument und siine bedeutendenBilder; so sind sie aus der dritten Elassc. Lder cssicht ein kurzer, fliegender Sinnspruch auf dem Gra-be : dieser mag sich in die letzte Ordnung fügen.Künstlich gewendete, cder gar tauschende Epigrammewird man auf d.r Stela nichf suchen, auf welche einsolches Spiel nicht gehöret.
Ein gleiches ist's mit den moralischen Sinn-sprüchen , die so oft unter die Epigramme lauf.n.Führen sic ihre Veranlassung mit sich: so gehören
sic zur zwcit.n Gattung. Stehen sie allein da undzeichnen sich blos durch die epigrammatische Wen-dung aus: so mögen sie sich unter die fünfte ode^siebente ordnen: denn warum sollte nicht auch eineallgemeine Wahrheit als ein gegenwärtiges Objektbehandelt und epigrammatisch gewandt werden können §Oder endlich cs ist ein mangelhaftes Epigramm, demseine Veranlassung fehlet.
Und da lassen sich historisch die Ursachen leichtangeben, warum so viel Sinn- und Denksprücheunter die Epigramme kamen? Alle Volker im Ju-gcndalter der Aufklärung lieben Sprüche: Griechenund Morgenländer schrieben sie an Lempel und Wän-de, an Landhäuser und öffentliche Platze. Zuerstkurz; nachher bildeten die Dichter sie aus, streuetensie ihren Werken ein; oder man nah»! sie aus denWerken der Dichter;, die Sammler trugen ganz»HerderöWerke z. schön. ?lt. u. Kunst. X. P 6,iecl,. ttr'r.