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IV. Anmerkungen
wendet sich und der Ausgang des Epigramms über-rascht uns lieblich.
Bei den meisten Epigrammen von der schönstenWendung wird man dies Zwiefache im Objectnicht verkennen, entweder daß zwei wirklich getrenn-te Gegenstände im Gesichtskreise des Dichters ver-bunden werden, oder in dem Einen Gegenstände et-wa eine neue Eigenschaft, also ein Dop-peltes erscheint, das dem Ganzen eine unerwarte-te Wendung vcrschaffct. Von jener Art sind z. B.die Schwalbe, die auf dem Bilde der Medea nistet;die -Nachtigall, die eine Cicada ins Nest tragt;*)von dieser die Vertraute, die weinende Rose**) u.f.Ohne Zweifel ist die letzte Art, da in Einem unddemselben Gegenstände ein Zwiefaches entwickelt wird,feiner als die andere, bei der das Epigramm gleichvon Anfänge an auf den doppelten Gegenstand ge-richtet werden mußte: denn da? sich hier die neue
Eigenschaft nur in der Mitte oder gegen das Endeentwickelt, so tritt sie ungcsuchtcr hervor und führeteinen Ausgang herbei, der unerwartet-lieblich befrie-digt. Die Pointe dieser Art wird kein ritzender Sta-chel, kein Funke, der aus hartem Stahl springt,(wie Wern eke die Pointe seiner Ucbcrschriftennannte;) vielmehr windet sich das Epigramm wieein Kranz umher, in dem uns der Dichter zuletzteine vor unfern Augen hervorfprießende Rose zeiget.Öder cs nähert sich, wenn cs Empfindung zu sagenhat, dem anmuthigcn Ton eines Liedes.
') B. r. u. 5.**) L. 2,