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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
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217
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über das griechische Epigramm.

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Ja hatte er dieses auch nicht gesagt, hatte erblos wie bei Herkules und Antaus Bilde*)Zug auf Zug geschildert, um uns die Gewalt undMacht beider Ringenden , des Siegers und des Be-siegten , bis zum kräftigsten Moment in die Seelezu prägen; fo hatte damit das Epigramm nichtsverloren. Aus dem schildernden wäre ein d a r-stellendes worden, in welchem der Eindruck desGanzen immer noch der letzte Punkt blieb, aufden es der Dichter anlegte. So die Epigramme aufdas Gemahlde der Jphigenia, der Polyxena,der Medea. **) Der Epigrammatist bemerkte denhcllesten oder rührendsten Punkt des Moments,den uns der Künstler gegenwärtig machen wollte, undzeichnet ihn, nachahmend seiner Weisheit und Wahr-heit, aus der ganzen Masse von Zügen, ja gleich-sam aus des Künstlers Seele aus. Diese schilderndenEpigramme sind also sehr belehrend : sie zeigen, wor-auf der Grieche arbeitete.und wie er fühlte. Mit-hin schärfen sie unser Auge für die Kunst, und un-sere Seele für die wahre Kunstempfindungi dennmeistens ist der Gesichtspunkt des Dichters, wie desKünstlers, menschlich und zart oder erhaben und edel.

*) Z-rstr. Blätt. TH. 2. S. 98. Bl. VIH. Buch.

**) Bl. VIN. Buch.

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