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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
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215
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über das griechische Epigramm. 21Z

sprach zwischen dem Wanderer und ihm gedich-tet. *) L 7 der man zog die Lehre wenigstens aus ei-nem seltner» Fall, den man epigrammatischerzählte; die Lehre selbst ward kurz, ausgesucht, an-nebmlich vorgctragen und mit dem Gepräge einermenschlichen Empfindung bezeichnet.**) Findensich eins oder mehrere dieser Stücke in einer glückli-chen Anwendung; warum sollte man nicht einekleine epigrammatische Fabel, eine lehrende Geschich-te, ein niedliches Emblem , das uns in wenigen Rei-hen mit seinem Sinnspruch ^ gegenwärtig gemach!wird , gern lesen?

Ich hatte also Lust, diese Gattung das Para-digma t i s c h e oder Exempel -Epigramm zunennen: denn ein Beispiel mit seiner Lehre ist'sdoch immer, woraus es hinausläuft. Nur muß diesBeispiel, d. i. der erzählte Fall oder das lehrendeBild uns gegenwärtig gemacht werden: dennheißt es blos:es war einmal", so ist's kein

Epigramm mehr, sondern eine Fabel, und wenndie Erzählung gar keine Lehre in sich faßt, ein müs-siges Mährchen. So ist's auch mit dem Emblem,dem Bilde und Gleichniß. Wird dies blos erzählt,z. B.wie die Schifffahrt auf dem Meer, so dasLeben der Menschen", so ist's, trotz aller epigram-matischen Wendung nur ein Gleichniß; stehet das

*) Bl. I. Buch: der vertrocknete Quell am Grabe.Der Adler aus dem Grabe. VH. B. der la-chende Satyr.

**) Bl. II. B. die belohnte Wohlthat. III. D. Bilddes Amors. V. B. das Gold und der Strick, u,' s. w-