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IV. Anmerkungen
griechischen Einfalt nabern. Auch die schönsten Sinn-gedichte Hag edorn s , Kleists, Ewalds,Gleims, KastnerS, Le sings u. f. sind vondieser Art. Sobald ihr Gegenstand in Einfalt vor-treten und gleichsam durch sich selbst wirken 'konnte,ließen sie ihn wirken und waren entfernt, seinen rei-nen Strahl durch ihr Prisma in ein unkraftigcsFarbcnspiel aufzulösen. Wenn Kleist z. B. seineArria vor führt: so thut er zu ihrem edlen Wortekein Wort hinzu:
— Mit heiterm Angesicht^ab sie den Dolch dem Mann und sprach: esschmerzet nicht. "
denn was ließe sich hinter diesem Wort der Arriasagen? Wenn Gleim seine Niobe als ein Vorbildhoher Mäßigung aufführt, leitet er zwar durch eineedle Anwendung ein, schließt aber ganz einfach:
— Sieh ihre stillen Leiden,sic duldet, aber meinet nicht.
So jenes Kastnerschc Sinngedicht auf Gusta?Adolph:
Und thronend rachete den Marterer der Sieg.
Für mich habet! gerade diese Gedichte, die nichts alsExposition sind, in ihrer ungeschminkten Schönheitden größesten Reiz.