über, das griechische Epigramm. Sn
Sinngedichten gerade die Gegenstände, die nur vor-gczeigt werden dürften, damit sie durch eine ihneneinwohncnde Erhabenheit und Würde rühren, mitWorten gleichsam erniedrigt und vernichtiget werden;denn der Eindruck, den sie durch sich selbst machenkönnten, gehet damit halb oder ganz verloren. Ma,rlese z. B. in unferm Wer Nike, den ich übrigensseines Scharfsinns und bessern Fleißes wegen sehrhochschätze, den größesten Thcil seiner Uebcrschriftcnüber Gegenstände der altcn Geschichte;Wer in Griechen und Römern selbst diese erhabenenBilder kennen gelernt hat, wird er die gezwungeneArt, mit der sie hier aufgeführt werden , lieben?Welche undeutliche Exposition! welche überladene An-wendung ! Der edle Römer kriecht unter einer Bür-de scharfsinniger Antithesen wie ein Gefangener ein-her und je blendender der Raub ist, mit dem ihnder Dichter beschwerte, desto mehr wird er selbst un-ter diesem drückenden Gepäck gleichsam unsichtbar.Es war nicht unsecs fleißigen Dichters, sondern sei-ner Zeit Fehler: dxnn man weiß, wohin durch ei-nen falschen Geschmack im vorigen und im Anfängeunsers Jahrhunderts die epigrammatische Kunst ge-setzt wurde.
Glücklicher Weise hat der Strom, der Zeit auchhier vielen Schlamm abgesetzt und dadurch seine Wel-le geläutert. Die scharfsinnigsten unserer ältcrn Epi-grammatisten sind beinahe vergessen oder für unsschwer zu lesen; gerade nur die, die in der klaren,leichten Exposition dem griechischen Geschmack nahesind, Opitz und Log au sind und zwar eben indm Stücken am gefälligsten, in denen sie sich der
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