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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
Entstehung
Seite
208
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IV. Anmerkungen

Dies ist der Timas Asche. Vor der Hochzeitgestorben, ging sie in's dunkle Brautbett derProserpina hinunter. Alle Mädchen von glei-chcm Alter schnitten, da sie todt war, sich dieliebliche Locke des Hauptes ab mit neugeschliffe-nem Stahl."

so wird, dünkt mich, das Grab der Braut durch die-se simple Exposition mehr gefeiert, als durch langeLobsprüche von Sentenzen. Das Brautbett der Jung-frau hat sich eben vor ihrer Hochzeitfreude ins dunk-le Bett der Proserpina verwandelt; d. i. sie wardwie jene die Braut des Orkus. Alle ihre Gespielin-nen fühlen das Traurige dieses Falles und weihenvoll mitleidigen Schreckens ihrer lobten Freundin denSchmuck ihrer jungfräulichen Jugend. Statt sichzu ihrem Feste zu krönen, liegt jetzt die Locke aufihrem Grabe.

Jeder kennet die edle Grabschrift des Simo-nides auf die bei Thermopyla erschlagenenSpartaner: *)

Geh, o Wanderer, und sag's den Lacedemo-niern, daß ihren Gesetzen gehorchend wir hierliegen."

und welch ein scharfsinniger Schluss, welch ein aus-schmückcndes Beiwort könnte hinzugcsetzt werden, dasnicht sogleich die einsylbige spartanische Heldcnbotschaftentnervte? Cicero in seiner Uebersetzung fügt nur

die

*) ibiä. x. IZI,