über das grieckstsche Epigramm. 20s
also lauter Dinge, die der Gegenstand durch seinenatürlichen Zeichen selbst nicht sagen konnte. DieSwar der Natur der Sache gemäß: Venn sobald jenerrohe Mahler ein Schas kenntlich zu zeichnen wußte,so durfte er nicht mehr hinzuschreiben, daß cs einSchaf sey. Wollte er aber noch einen Nebenzweckerreichen, z. B. seinen Namen verewigen oder den.Zweck angebcn, wozu er sein Gemählde ausgestellthabe: so bedurfte es freilich dazu einiger beigcschric-hencn Worte.
Historische Aufschriften dieser Art hat man eineMenge*). Nachrichten von ihnen reichen nicht nurin die ältesten Zeiten, in denen man Buchstabenkannte; sondern der älteste Gebrauch der Buchstabenselbst war Epigramm, d.i. eine Auf- oder Denkschriftfür zukünftige Zeiten. Man schrieb sie auf Stein,Metall, Holz, Waffen, Geräthe u. f. und die Al-ten nannten solche Aufschriften, der Bedeutung desWorts nach, wirklich Epigramme, (wie Pctrvn so-gar das Brandmal auf der Stirn des entlaufenenKnechts ein Epigramma nannte.) Jedermann stehet
*) Außer denen, die die alten Schriftsteller selbstz. B. Herodot, Strabo, Pausanias u. a. anfüh-ren , s. das Berzeic^niß ihrer Sammlungen inChrists Abhandlung über die Literatur undKunstwerke des Alterthums. Leipz. 0776. Abschn.Z. — lVlakkal arg cririca lapitlaria. I.uc. 176g.sollte eine kritische Geschichte derselben werden,ist aber als opus poitbuiwuni ein äußerst unvoll-kommener Anfang; so daß uns ein Werk dieserArt noch fehlet.