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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
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192 III. Anmerkungen

JdvlleU sprachen in einem ernsthaften oder lansternHexameter: die Elegie weinte in einem sußgebrsche-

nen Full der Töne und das Epigramm schloß sich andiese, wahrscheinlich weil seine erste und gemeinsteMaterie traurigen oder zärtlichen Inhalts, Inschrif-ten auf Gräbern oder Seufzer der Liebe waren. Auchdem frohesten Inhalt indeß kann sich das Sylbcn-maaß des Epigramms anschmiegen. Der Hexametergiebt ihm Aufflug, Fülle und Würde, da sodann derPentameter gleichsam zwischen tritt, und sie zu einersiinst.n Runde, zu einer vollendenden Kürze umbicgt,oder wie ein Pfeil in die Lüfte versaufet. Glückli-che Sprache, die so vollkommene, ihr zur Naturgewordene Gedankenformcn in sch hat! Der wildeDichter wird von ihnen in Schranken gehalten, undauch der mittelmäßige auf ihren Schwingen gehoben.Die Anthologie ist Zeuge, wie sehr sch die witzigenGriechen an dieser Form übten, wie oft sie Einenund denselben Gedanken mit einer neuen Wendungzu sagen versuchten.

Endlich das sanfte Maaß der Menschlich-keit, das dieser wohlgebildeten Nation in ih-rem gemäßigten Himmelsstrich zu Theil worden war;es wirkte auf ihre Poesie im Größten und Kleinsten.Die Seele des griechischen Epigramms ist Mitem-psindung. Man muß einen Gegenstand genießen,ihn mit Liebe oder Ruhe anschauen, ihn gleichsammit- und durchempsinden können, damit er in und.