über die Anthologie der Griechen ic. 19:
sehr zu statte», daß Musen und Grazün sie dazugleichsam ausgedacht zu bab.n schumn. Ich schwei-ge der einfachen Buchstaben »nd der sanften Mi-schung von Vokalen und Ecnscne.nNn, die auch aufDenkmälern eine Aufschrift so lesbarer macht, alses die unsere nie werden kann; ich will bür nurvom pocti'chen Wohlklange derselben zur Inschriftreden. Wie bieg'am ist sie zu jedem Bi de, zu je-der Empfindung! wie biegsam imonderheit zu demschönen Maas, das sich das Epigramm gewählt hat!Hexameter und Pentameter nind.n einen Kranz inWort,», so wie sie dem Dhr in Spitzen einen vol-lendete» Rundtanz geben. Welche Sprache kann sichsolcher Sylbcnmaaße rühmen? Selbst die römischenicht; und in der deutschen versuche man cs, wiemanche Mühe die Uebersetzung eines Epigramms,insonderheit in seinem Pentameter, koste. UnsereProsodie starrt von einsylbigcn unbestimmten Wor-ten: Hiatus sind in ihr fast unvermeidlich, undwenn der Vers seine Flügel mit fröhlichem Spielauf- und Zuschlägen soll: so schleppt sie sich oft inmühsamem Gange daher, treu dem Himmel, unterdem sie ertönet. Den Griechen hatte die Muse ge-geben, mit offenem Munde zu reden; Gesang floßvon ihren Lippen: Gesang spricht auch von ibrenSteinen. Und wie das Epigramm, so hatte jedeGattung der Gedichte ihr Splbenmaaß, dem danndie Nachfolger älterer Dichter gern treu blülun.Die Epopee tönte im prächtigen Hexameter daher:das Theater gierig den Tritt des Kothurns auch inSylbenmaaßen der Gespräche und Ehöre: das LiedAnakreons hatte seine liebliche Weise; wir könnteeine schönere zu ihm erfinden? Lehrgedichte und