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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
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187
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über die Anthologie der Griechen w. 167

der Pbilsmele, die Stimme der Echo, die grüwndeDaphne, der flötende Pan ließen sich auch im Epi-gramm sehen und hören. Dadurch bekam nicht nurjeder sonst tobte Gegenstand Stimme und Leben;sondern es war auch die nächste Gelegenheit zu an-genehmen Dichtungen gleichsam gegeben. Diealte Fiktion durste nur fortgesetzt, gewandt, ange-wandt werden: so ward aus dem alten Mährchenein neuer Gedanke, ein anmuthiges Lob, eine sicheinschmeichelnde Lehre. Ein Volk, das keine altenSagen hat, oder dem sie nicht gegenwärtig, oder beidem sie barbarisch und häßlich sind, wird keine der-gleichen National-Dichtungen über Gegenstände, derNatur, Blumen, Baume, Spiele, Künste, Ge-schäfte, in welche alle sich Götter gemischt hatten, haben.Setze man nun noch den regen Aberglauben hinzu,der diese Götter gegenwärtig glaubte und jeden Gottin seinen Beruf zog: dieser alte Hirt hieng seineFlöte dem Pan auf; jener alte Krieger feinen Helmdem Mars oder der Minerva: alle Geschenke, alleDankopfer forderten wenigstens einige Worte einererklärenden Zu'christ; ab.rmals eine Menie Stoffzu Epigrammen der schönsten Art. Die Anthologiehat viele dieser Gattung: ewige sehr simpel; aber inihrer Simpliritat auch noch jetzo reizend. Die Be-stellungen endlich, die man vom Lodtcnreich hatte,welche schauerlich - anschauliche Bilder, welche trau-riqiuße Empfindungen erregen sie in jenen Grab-schristen und Lcichrncercmonien, mit denen man dieV.rstorbencn schmückte! Gerade das Dunkle, in wel-'ches sich ihr Blick einschloß, tragt zu dem wehmü-thig.n Gefühl bei, das ihre Todenmale für jedensanftfühlenden Menschen umschwebet. Ein hellerer