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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
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184
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184 III. Anmerkungen

sen ein schönes Klima: sic hatten Verfassungen derEhre und Freyhcit: sie besaßen eine schöne Mytholo-gie und eine Kunst, die sich um alles schlang, diealles verschönte; lauter Stücke, die das Epigramminsonderheit in seiner schlichtsten Gestalt vorzüglichliebet. Es liebt, sage ich, schöne Kunst in allen ih-ren Arten, eine einnehmende, biegsame Mythologie,die sich um Gegenstände der Natur mit angenehmerDichtung windet, eine Verfassung der Ehre undFreyheit, ohne welche öffentliche Aufschriften nichtssind oder häßliche Lügen werden, endlich ein Klima,das nicht nur reizende Gegenstände insonderheit inder menschlichen Natur schafft, sondern auch, indemes auf die ganze Lebensart wirkt, jene leichte Em-pfindung giebt, die sich jedem gegenwärtigen Objektdurch laute Gedanken gern mittheilet. Ich müßteeinen großen Thcil der Anthologie ausschrciben, wennich diese Stücke mit Exempcln belegen wollte.

Man sehe ein schönes Kunstbild, sey es Statue,Gemme oder Gemählde: scheint es nicht zu uns zusprechen und zum Lohn für das Vergnügen, das esuns giebt, eine kleine Exposition dieses Vergnügens,ein Epigramm, zu fordern? Wenn ich die Vorstel-lung des Ganzen in seinen Theilen verfolgt und alleSchönheiten der Theile in die Idee des Ganzen ver-einigt habe; was ist der natürlichste Ausdruck meinerEmpfindung, als eine Aufschrift, die dicß schöne aufmich wirkende Ganze auch in Worten darstcllt, undetwa zugleich eine kleine Spur der Empfindung nach-läßt, wie ich dasselbe genossn habe. Ein schönerThcil der griechischen Anthologie hat also Epigramme