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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
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III. Anmerkungen

Empfindungen andern m i tzu th ci l e n, verdankt, wiejede Zuschrift, so auch insonderheit die kürzeste undkünstlichste der Zuschriften, das Epigramm, seinDascyn.

Ich habe mein Beispiel von einer fröhlichen Em-pfindung gewählt; Key traurigen Gefühlen wirkt das-selbe Bedürfnis«, nur etwa noch reger und starker.Ein Weinender will seinem Schmerz Lust machen;und so bald er ibn in Worte bringen kann, wird dasdrückende Weh seines Herzens ihm leichter. Sollteauch niemand seine Seufzer hören,, oder seine Kla-gen lesen; genug, sie zerrannen in Thronen, sieatbmcten in Worte aus: dadurch erhcllcte und bc-rubiqke sich die Seele. In Absicht auf andere istebenfalls die Neigung des Betrübten, Mitleidcn ei-nes gleichgestimmten Herzens zu erregen, starker,wenigstens wirksamer, als selbst der Trieb der sichnnttheilcnden Freude und Ruhmbegicrche. Die Em-pfindung des Betrübten, der seine Seufzer mir zu-haucht, weckt menschliche Mirempfindung. Ich geheeinem Grabe vorüber, und nebme Theil an demUnglücklichen, der diese Grahschrist setzte. Er ver-traute sich dabei auch meinem Herzen an, und wiesollte ich mit ihm nicht gern wenigstens die Bürdeeines Seufzers thcilcn?

Es erhellet von selbst, daß jeder Gegenstand derfreudigen oder traurigen Empfindung seine eigene Artdes Ausdrucks sowobl nach dem Gefühl des Empfin-denden, als dem Standpunkt dessen habe, an dender Ausdruck gelangen soll. Allenthalben wird eineExposition des Gegenstandes oder desGefühls eriord.rt, mit welcher der Empfindende