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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
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177
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über die Anthologie der Griechen rc. 177

mehr, da Meleeigcr und Philippus auch Blumenungenannter Dichter lasen, und wir also an beidenmehr verloren haben, als selbst ihr Namenvcrzcichnißsaget. Wahrscheinlich hatten sie Alles aufbehalten,was ihnen an kleinen Gedichten der Aufmerksamkeiteines guten Geschmacks wcrth schien.

Aber das Schicksal! Es richtete Anthologiegerade durch Anthologie zu Grunde. In der barba-rischen Zeit Justinians lebte Ag athias, ein drit-ter Sammler. In sieben Büchern brachte er seineund anderer Dichter Gedichte zusammen, die späterals Philippus, folglich seiner Zeit und ihrem Ge-schmack naher waren; was anders konnte erfolgen,als daß diese schlechtere Sammlung, deren Gegen-stände und Vorstellungsart im Kreise des Jahrhun-derts lagen, mit der Zeit die' bessere, altere Reli-quie in Vergessenheit brachte? Beide Sammlungen,Mcleagcrs und Philippus, würden .vielleicht ganzuntcrgegangcn sepn, wenn nicht ein neuer Sammlerwenigstens Reste von ihnen gerettet hatte.

Consta ntinus Kephalas im zehntenJahrhundert war dieser vierte Sammler. Er hattedie Arbeiten feiner drei Vorgänger noch vor sichend wählte. Wie er gewählt? wollen wir nicht ent-scheiden, und ihm Dank wissen, daß er nur Dasund So viel gerettet hat, als wir haben. Freilichwar Er's, der durch eine Anthologie aus Antholo-gien am meisten beitrug, diese zu vernichten: dennsein Vorgänger, Agathias, hatte doch wenigstens dieKränze seiner Vorfahren nicht aufgelöfet und ge-plündert. Genug aber! auch seine Sammlung warHerdersWerke z. schön, kit, u. Kunst. X. M Vrrecb.. L-r.