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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
Entstehung
Seite
176
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lll. Anmerkungen

Anderthalb hundert Jahr vor Christi Geburtsammelte ein asiatischer Grieche, Melcagcr von Thruseinen Kranz von Blumen d. i. von den niedlich-sten kleinen Gedichten seiner Sprache. Daß er ihnMit Wahl gesammelt habe, zeigen thcils die Namen»der Dichter und Dichterinnen, aus denen er zusaM-Menlas , thcils dck zärtliche und fein« Geschmack, derin seinen eigenen Gedichten herrschet» Wenn MaNin der Zuschrift seines Blumenkranzes an seinenFreund Diokles die vierundvierzig Namen liefet, de-ren Blüthcn er brach, wenn man die Liebhabereides Sammlers betrachtet, wie er die Art eines Je-den mit einer Blume vergleicht und wie eine Bieneumhcrfliegt, das Süsseste aus allen zu kosten; undnun höret,dieser Schatz scy nicht mehr dal er seywahrscheinlich auf immer verloren, so daß wir eineReihe von Dichtern nur aus eben diesem Namen-verzeichniß kennen; Dichter, die doch neben einerSappho und Erinna, neben Anakreon, Plato, Al-cäus, Simonides, Archilochus, Barchilidcs, Theo-krit u. a. stehen konnten, deren größter Theil unsabermals nur aus einigen kleinen Bruchstücken be-kannt ist" nimmt man diese Umstande zusam-men und überdenkt, daß nur Einmal Griechen inunserer Welt lebten; wer wollte nicht der Koro-n a des Melcagers einen bedauernden Seufzer schenken.

Hundert und fünfzig Jahr nachher stetig Phi-lippus aus Thcssalonich aN, einen ähnlichen FleißMs die Dichter zu wenden, die nach Mcleager gerblühet hatten. Die Namen einiger derselben, vondenen noch Stücke zu uns gekommen, lassen unsabermals den Verlust der andern bedauern; um so

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