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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
Entstehung
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^keinahe sollte man sagen, daß die GriechischeBlumenlese das Schicksal natürlicher Blumen gehabthabe: sie blühn, sie werden gesammelt und verwel-ken im Kranz. Könnte man nur auch hinzusctzen,daß, so wie die unerschöpfliche Erde statt der ver-welkten einen neuen Frühling blühender Kinder ge-biert, auch die Hora der griechischen Sprache so frei-gebig gewesen wäre; fast aber ist nach dem Laufedes Schicksals auf unserer Erde das Letzte unmög-lich. Jede Sprache der gebildeten Völker genoß mirEinmal ihre schöne Zeit; war diese vorbei, so konn-te zwar das Treibhaus ersetzen wollen, was die Na-tur erst gutwillig gab: immer aber waren diese spä-ter» Kinder der Mühe auch vom höher» Alter ihrerMutter Zeuge. Sie standen nur da, um die kräf-tigere und blühendere Schönheit ihrer früher» Ge-schwister entweder zu erheben oder zu verdrängen,nachdem cs das Schicksal wollte. Beides ist derFall der griechischen Anthologie gewesen und so istaus dem Blumengarten der alten Welt mit der Zeitein wilder, überschwemmter Boden worden, auf demdas Beste neben dem Schlechtesten blühet.

Es ist Zeit, mein langes Bild zu enden undes in Geschichte zu verwandeln.