aus der griechischen Anthologie. 79
Die unreif abgerissene Traube.
Welche verwegene Faust, du Wein - ernährende
Traube,
Evius junges Kind, riß von der Rebe dich ab?
Und da du ihm die Lippe zusammenzogest, so warf er
Dich als Gräuel dem Fuß irrender Wanderer
hin.
Nie sey Bacchus ihm hold! dem Frevler, der wie
Lykurgus
Wachsende Fröhlichkeit mitten im Reifen erstickt,
Der es dir nicht vergönnte, den Kelch der Freude
zu füllen,
Oder bei Freundes e Gesang' Herzen zu trösten im
Gram.
Die Hirtenflöte im Tcmpbi der Wenns.
Ländliche Flöte, was thust du hier in der goldenen
Cypris
Pallast, wo du verstumsiit, eine Verachtete
hängst?
Hier sind keine Gebirge, noch wiederhallende Thale,
Amor und Wollust nur tanzen und buhlen umher.
Kehre zurück, Verirrte, zurück zur Aue des Hir-ten :
Töne der Unschuld freu'n nur ein unschuldiges
Herz.