Vorrede.
XIII
züglich den Dichter, schon im Original, nicht völligverstehen kann, ohne mit seiner Sprache, Zeitalt,r,Vorstellunqsarten, Kenntnissen vertraut zu seyn;was laßt sich von unserer Zugend erwarten, welchedie Classiker blos aus Übersetzungen studiren, nachmodernen Begriffen fassen und beurtheilen, undästhetisch richten will!
Homer, ein Günstling der Zeit: istnoch immer das Gesundeste, Einsicht-und Geschmack-vollste, was über Homer geschrieben ist: mag derAufsatz andern in Beziehung auf Gelehrsamkeit undin mehreren andern Rücksichten nachstehen, so vielman will. Die Ansicht geht nicht vom kleinen Ein-zelnen aus; es ist der Ueberblick eines geniereichenMannes, aus einem höhern Standpunkt genommen,Granzen, Umfang, Erleuchtung, Helle, du.nkleParlhien, Absonderung und Unterscheidung, stellensich auf einem Blick dar; und nun geht man mitdem Begriff vom Ganzen in die einzelnen Gefildeüber; natürlicher Weise sieht man nun vieles ganzanders; in der Schrift selbst aber ist cs blos angc-deutet. So urtheilcn wir noch, bei aller anderweiti-gen Verschiedenheit unserer Ansichten in mehrereneinzelnen Dingen. Herder fügte späterhin mehr an-dere vortreffliche Einsichten in seiner AbhandlungHomer und das Epos bei; aber der edle Mannzog sich aus dem Kampfe zurück, da er sich un-würdig behandelt sah. Indessen, wer, weil er un-ritterliche Waffen gegen sich gebraucht sieht, den