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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
Entstehung
Seite
XII
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Abweichung und Abänderung: hier kam: nichts un-passender seyn als Wort gegen Wort, Phrase ge-gen Phrase, vergleichen wollen. Dagegen kann einanderer Ausdruck, Wortbau, Anordnung, selbstMaas, Rhnthmüs, Wohlklang, mübsam in unse-rer Sprache nachbilden, welches in einigen Fallenmehr oder weniger glücken kann. Die Hauptlehrechlcibt: nicht Alles laßt sich übersetzen, nicht allesauf einerley Weise, nicht alles gut und verständlich;aber auch nicht alles braucht übersetzt zu werden.Ueberall giebt es Granzen und ein Ziel, und in je-der Kunst faßt ein und dasselbe Werk, nicht alle,nicht die ganze Kunst; jede Gattung hat ihre eige-nen Vorzüge und Vortheile, die der andern abge-hcn; *) und am Ende bleiben in jeder Ucbersetzungälter Schriftsteller, vorzüglich der kunstgcbildcten inihrer Art, noch Stellen, die nur dem verständlichwerden, der das Original zur Hand nehmen und esaus eigener Alterthums-, Zeit-, Sprach - undSachkunde verstehen und verdeutlichen kann. Diekünstlichste, die bewundcrtste Uebersetzung, die sichdem Original anschmieaen, Nebenbegriffe der Aus-drücke im Original durch nachgebildekc Worte wieder-geben will, ist desto unverständlicher; dies liegt inder Sache selbst, in dem verschiedenen Genius derSprachen. Wenn man also den alten Elassiker, vor»

Pindar, Olymp. IX. ,5g.