den wahren Sinn und Begriff wieder zurück wies/und vom künstlichen auf das Einfache, von der er-künstelten Pointe auf den natürlichen Gedanken übereinen Gegenstand, in einem dem Zwecke angemessenenAusdruck vorgetragen, zurückrief. Was das Zufäl-lige beim Epigramm ist, und nur in einzelnen FallenStatt findet, wenn der Gedanke selbst eine witzigezugespitzte Wendung darbictet, war zum Wesentli-chen gemacht. Geist und Lebendigkeit muß im Epi-gramm sich zeigen, das verstehet sich; aber nicht inallen eine Pointe; eben so unrichtig würde manglauben, beißender Spott mache ein Epigramm undwürde diese Gattung ausschließlich bewundern wollen.Freilich was sicht der große Haufe, oft auch sonstgute Menschen, lieber als daß andern, wie der feineAusdruck ist, ein Hieb versetzt wird.
Von den Uebersetz ungen der pindari-schen Siegsgesänge, können die Ansichten ver-schieden seyn. Eine pindarische Ode in gleichem Vers,und Sylbenmaaß nachgebildet, kann als ein Kunst-werk bewundert werden, aber nie ein lesbares Stückseyn. Die Herdersche Uebcrsetzung nähert sich demVersbau nur von weitem, so wie auch die nachgc-bildete lyrische Sprache. Ihm kam es auf den Geistder pindarischrn Ode, den eigenen Schwung der Be-geisterung, der durch einen angemessenen kräftigenAusdruck gehalten seyn will, an; so erhielt er einelesbare Uebersctzung; wenn auch gleich selbst diesenicht überall als nur von solchen völlig verstanden