Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
Seite
124
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gerin ist gar anfcchlig *), die meint gleich, du trägst ihr das halbHaus weg. Dein Mädle hat mir gestern wohl gefallen und diehat ganz das Ansehen dazu, die führt aus was sie will."

Wie glückselig war Dominik als er mit dem Hirzcnbauerndurch das Dorf ging. Das war doch noch ein Ehrenmann, dersich eines Jeden annahm sei cs wer cs wolle, und der crricthwo es einem fehlt, und wie brav war's, daß er an die Hcirathmit Ameile so fest glaubte, und er wußte doch nicht einmal Alleswas sie ihm heilig versprochen hatte.

Bei den Angehörigen des Dominik, die diesen nur mit hal-ber Freude willkommen hießen, wußte der Hirzcnbaucr Alles seinherzustellen. Man schien zufrieden und ihm zu trauen, aber dochnur halb. Dominik sollte erst später erfahren warum. Das aberstand jetzt schon fest, der Hirzenbauer nahm sich des Dominik anwie seines Grundholden, und er wachte über sein Schicksal undfreute sich über dasselbe wie ein Menschenfreund. —

Es ist keine Mutter so arm, sic hält ihr Kindlein warm,sagt ein gutes Sprüchwort, das zeigte sich auch an der Mutterdes Dominik. Vor dem älteren Sohne und der Schwiegertochterzeigte sie ihre Liebe nicht, ja sie that auch wie die Anderen fasterzürnt über seine Rückkehr; als sie aber mit ihm allein war,öffnete sich ihr ganzes Mutterherz, das sich in den Worten aussprach:

„Und wenn du aus dein Zuchthaus kämst, du wärst dochmein liebstes Kind, du bist von kleinauf die beste Seele gewesen."

Die Mutter wußte nicht anders als Dominik habe sich einesschweren Vergehens schuldig gemacht, sonst wäre er ja nicht soplötzlich gekommen und hätte nicht den Hirzenbauer zu seinemFürsprech geholt. Dominik konnte der Mutter nicht sagen, wasvorging, sie hatte ihm ja geklagt, daß sic das gestern erhalteneGeld der Söhnerin gezeigt und ihr habe geben müssen und erwußte wohl, daß sie noch weit weniger als Geld ein Geheimnis;vor der Schwiegertochter bergen konnte, mit der sie doch schein-bar in stetem Unfrieden lebte. Die Mutter war redselig und da