122
Bist du viel Köcher geboren denn ick,
Vom Vater und auch von Mutter,
So bin ich dein Vaters gedingter KnechtUnd schwing dem Rößlein das Futter.
Bist du mein Vaters gedingter Knecht,
Und schwingst dein Rößlein das Flitter,
So gicbt dir mein Vater auch guten LohnDaran laß dir genügen.
Der große Lohn und den er giebt,
Der wird mir viel zu sauer!
Wenn andre zum Schlafkämmerlein gehn,
So muß ich zu der Scheuer.
Des Nachts wol um die Mitternacht,
Das Mägdlein begunntc zu trauernSic nahm ihre Kleider in ihren ArmUnd ging wol zu der Scheuer . . .
Das war ein braves Lied. Dominik wußte wohl, cs hatnoch mehr „G'sählc", aber er kannte sie nicht und erinnerte sichnur, daß der Knecht des Königs Schwiegersohn wurde. Undwas in alte» Zeiten geschebcn ist, kann auch wieder geschehen.Und wcnn Ameilc auch „Köcher ist denn er von Vater und auchvon Mutter," so ist sie doch keine Königstochter und hat ihngewiß mehr lieb als die von alten Zeiten. „Dich nehm ich undkeinen andern" das sind ihre Worte gewesen. Wcnn's nicht wahrwär' hätt man kein Lied darauf gesetzt. Und Dominik sang dieVerse aber- und abermals mit voller Lust und heute hörte ernicht auf den Ruf der Gabelweihe, nicht auf das Klingen derHcerden und das Singen der Hütenden, er wußte nichts vomWeg und nichts von allem rings umher, er ging nicht ans derErde, er ging im Himmel.
In Jettingen erwachte er wieder plötzlich wie aus einem