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Widerwillige und ungläubige Hörer würde man beut zu Tagefinden, wenn man die Reden und Schicksale dieses Vauernjüng-lings erzählen wollte; der Hauch der Zeit hatte ihn mit einen:Prophetcngeiste angcweht, wie uns ein Gleiches nur von altenZeiten berichtet wird und er besiegelte seine Sendung mit demMärtyrcrtode. Damals riß er alle Herzen in unwiderstehlicherGewalt fort. Alban fühlte bei den Reden des Lenz alles Blut inseine Wangen treten und oftmals ergriff es ihn als würde ervon einem Sturme davon getragen, er wollte auch hinauf aufdie blumenbekränzte Rednerbühnc, er mußte — aber er bezwangsich doch und vor Allein im Gedanken an seinen Vater. Der Lenzmußte in anderen Verhältnissen stehen, der Furchenbauer hättees seinem Sohne nie verziehen, wenn er es gewagt hätte, voraller Welt hinzutretcn und sich geltend zu machen! er sagte esoft: die Jungen müssen schweigen und zuwarten in Dingen, indenen nur die Alten mitrcden durften. Mitten im Sturm seinerGefühle beugte sich Alban der gewohnten väterlichen Gewalt, erschluckte die Worte hinab, die er auf der Zunge hatte.
Es schien fast nicht möglich, daß Alban noch mächtiger er-griffen wurde als von der Rede des Lenz von Röthhauscn, unddoch war es so. Unter allgemeinem Jubel trat nach dem Lenzvon Röthhauscn ein ehemaliger Offizier mit vornehmem Namenauf und die Worte, die er sprach, glühten von einer höherenWeihe, die Alban fast kirchlich erschien! in der That wiederholteder Redner auch ost die Bibelworte: Kain! Wo ist dein BruderAbel?" Er griff die bisherige Erbfolge im Eüterbcsiße an undzeigte deren gräßliche Verderbnis; und Ungerechtigkeit. „DerSchweiß deines Bruders, den du dir zum Knechte machst, derSchweiß deines Bruders schreit wider dich zum Himmel und dieStimme deines Gewissens muß rufen: Kain, wo ist dein Bruder?"
Jetzt drängte es Alban nicht mehr zum Reden, in ihm sprachcs immer:
„Kain, wo ist dein Bruder?"
Alban war ein Eemüth, das dem empfangenen Eindrückesich widerstandslos hingab und kein Hindernis; und keinen Ein-