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Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
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439
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Nachschrift des Herausgebers. 439

ausgestorben, zur Zeit der meisten Propheten zehenschon weggeführt und nur noch ein kleiner Sproßvon Judah und Davids Königsgeschlechte übrig. Hie-hcr floß also der Duft aller Weissagung, hier gin-gen die Ströme zusammen. Jakobs und BileamsAussichten, die Siege, die Rcgiernng, die Gottes-furcht Davids in den Psalmen, das Versprechenewiger, friedlicher, glücklicher Zeiten, das ihm inNachkommen auf dem Throne gethan war allesbreitete sich durch und von ihm als dem Mittelpunktein glänzenden Strahlen auf die Zukunft aus. Erhieß so oft in den Psalmen der Sohn Jehovahs,der Erstgeborne Gottes; er thronte neben Gott aufseinem heiligen Berge, er unterwarf sich Völker,liebte Gesang und Recht, sprach von sich gegen Gottmit Demuth und Unterwerfung: fein Nachkommesollte ein friedliches Reich haben, ewig herrschensollte der Same, so lange als Sonne und Mondam Himmel glanzen; Judah also, David, Salomound der ewigrcgierende Same ward in die Zeitendes künftigen Gesalbten hingemahlet. MenschlicheEinbildungskraft und Poesie kann nicht anders wir-ken: auch göttliche Aussichten müssen ihr unter be-kannten Zügen dargestcllt werden und so brauchtenatürlich die jüdische Poesie das, was sie in ihrenSchätzen, zumal des glänzendsten Zeitpunkts, hatte.

Und so sehen wir denn unsre Laufbahn desdritten Theils vor uns. Nach Untersuchungen überdie Poesien, die dem Salomo zugeschricben werden,kommt sogleich der wahre Geist der ebraischcn Poe-sie, das Reich der Propheten. Wir sehendie einzelnen Charaktere der Propheten, ihre Lieb-