433 Nachschrift des Herausgebers.
Mit widrigem Gemüthe dachte er darin an dieMißvergnügten seines Reichs, an denen er alle Güteversucht hatte, und die er keiner linden Behand-lung mehr fähig oder werth hielt. Mit desto größe-rer Freude aber dachte er an den Familienvertrag,den Gott mit ihm errichtet; aus dem auch alle Bil-der im Anfänge dieses letzten Liedes genommen sindund welchen der 89. 72. 182. und andere Psalmenfeiern. —
Das waren nun die Keime, aus denen derBaum der prophetischen Poesie hervorging: Abra-hams, Judahs, Davids Segen; und da die beidenvorigen in ihm, dem siegreichsten, glücklichsten, zu-gleich auch religiösesten Fürsten zusammen zu tref-fen schienen, da er mit seiner Regierung, mit derAnordnung des Gottesdienstes, am meisten abermit den Psalmen Epoche machte: so wars Naturder Sache, daß sein Zeitpunkt, insonderheit wie erin den Psalmen abgebildet war, für die Propheten,die sich nach diesen Liedern bildeten, und fürs Bolk,das sie sang und sich an jene Zeiten mit Stolz er-innerte, gleichsam der Mittelpunkt des Ziels ihrerPfeile, kurz Ideal und Urbild wurde, das sie, nurvielfach glänzender, in die Zukunft verlegten. Ab-rahams Segen war nur allgemein; in einzelnerDarstellung also geschildert zu werden, zu umfassend,zu geistig. Moses war ihnen zu entfernt: sie nah-men von ihm alle Wunder der Errettung und HülfeGottes in Aegypten und in der Wüste; zumal dieSchechina. David war ihnen glorreicher und be-kannter: denn an königliche Begriffe war nun dasBolk gewöhnt; die Eifersucht der Stämme war