Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
Entstehung
Seite
417
Einzelbild herunterladen
 

der Ebraischen Poesie. 417

im Reich Judah mußten sich über diese alten Se-genssprüche und Reichsconstitutionen noch ausführ-licher erklären. Da Israel mehrmals verwüstet unde tzt eben auf dem Punkte war, gefangen wegge-führt zu werden, erweckte Gott in dem wenig glück-lichem Judah eine Stimme vieler Propheten aufeinmal, die wahrscheinlich der Geist Jesaias wonicht aufeief, so wenigstens anfachte. Sic sahendas Schicksal ihres Bruder-Reichs, des größtenTheilS der Nation: sic fühlten ihr eignes Elendund kehrten zu jenen Weissagungen zurück, dieGott auf Davids Geschlecht gelegt hatte. DerStamm Davids stand verachtet, klein und fast ver-dorret da; gestärkt im Berttaucn auf das unver-brüchliche Wort Gottes, auf den Eid, den er Da-vid geschworen, sahen sie aus seiner Wurzel einneues Reis aufsprießen, und legten darauf allenSegen der alten Zeit aus Gottes Munde; dies istder Schlüssel zu Jesaias schönsten Bildern,

Der neue Davids-Stamm,

ein Königsbild L).

Schaut auf! Jehovah ZebaothSchlägt ab den Blüthenast mit furchtbarem Gekrach;Die hohen Stamme sind gefallt,

Die Erhabnen sind gebeuget.

Der dicke Wald ist mit der Axt verhaun,

DerHain auf Libanon durch starkenArm gesunken.

k) Jes. 10, ZZ. Kap. ir, x s 10.Herders Werke ,. Siel. «. Lheol. II. D d