der Ebrai sehen Poesie. 415
Genug! wie die Lieder Moses, so wirkten auchdie Psalmen, als Erläuterungen jener, gar sehrauf die folgenden Zeiten: sie waren (wahrscheinlichzuerst nur bis zum Zysten Psalm) das Liederbuchder Nation oder wenigstens des Tempels und derPropheten. Wir werden bei einzelnen Eharacrerender letzten finden, wie sehr sie sich an die Sprachedes Heiligthums gehalten und sie in ihren Anredenreich paraphrasirt haben. — Jetzt sey es allein un-ser Zweck, im Allgemeinen den Einfluß zu zeigen,den die sogenannten Messias- oder Königs-psalmen auf die Stimme der Propheten gehabthaben; und da sage ich kurz: sie, nebst dena lter n W ei ssa g u ngen, haben die Stim-me der Propheten nicht nur erweckt,sondern die reichen Aussichten diesersind augenscheinlich Entwickelungenjener.
i. AufDavidS Geschlecht waren so große Ver-heißungen durch Göttersprüche gelegt, von einemewigen Reiche, von neuer Befestigungdesselben, von glücklichen SalomonischenZeiten. Als das Reich nun durch Salomo's, Re-habeams und so vieler anderen Könige Schuld, sotief herabsank, und Gott endlich Propheten weckte:was konnten diese anders sagen, als: „ihr scyd ge-fallen! ihr send gesunken!" Was konnte Hoseaszum Reiche Israel sagen, als: „Kehret wieder zumrechten Jehovah; ihr send verirrt. Gehet, statt zuden Kalbern, in die Wüste Judah, zum Tempel,