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Vom Geist
galt. Das Hohelied Und die Sprüche waren nichtausbehalten worden, wenn sie nicht der Name Sa-lomo geziert und die spatere sammelnde Zeit nichtschon im ersten einen lieblichen mystischen Sinn,die Beschreibung künftiger Salomonischer Zeiten ge-funden hatte! Als Braut - und Liebeslieder einesandern Dichters hatte man sie nicht aufbewahrt. —Wir haben also aus den blühendsten Zeiten der eb-raischen Dichtkunst nur wenig; so viel sich imSchiffbruche der Gefangenschaft am Namen derKönige, der Religion und Reichsgeschichke etwa ret-ten konnte. Die Stimme des Bräutigams und derBraut -r), jene Fceudengesange der Ernte und Wein-lese b), an die so oft gedacht wird, sind weggenom-men. Die Stimme der Müllerin u) und andrerGeschäfte ist verstummt; und alle Tochter des Ge-sanges sind im Staube entschlafen. Wie ein Ru-bin im Golde glanzt: so zierten Gesänge das Mahlbeim fröhlichen Weine 6) : sie sind nicht mehr.
Freude und Wonne der ländlichen Feste sind ausdem Felde hinweg; man hört nicht mehr dasHedad! das Jubelgcschrei der Keltertretcr in ihremGesanges). — Wie unbillig ists daher, die Poesiedieses Volks im Ganzen mit andern Völkern zuvergleichen, da man von ihr nur einen oder zweiAeste, Ncligions- und Königspoesie hat,oder was man dafür ansah. Das andere ward nichtgesammelt oder ging verlohren. —
->) Jer. 7 , 34.o) Predig. 12 , 4.e) Jer. 48, 33»
Jes. g, 3. Jer. eb, io.ä) Sirach, 3e, 7 . g.