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Religion und Theologie Theil 2 (1826) Vom Geist der ebräischen Poesie ; 2
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Vom Geist

galt. Das Hohelied Und die Sprüche waren nichtausbehalten worden, wenn sie nicht der Name Sa-lomo geziert und die spatere sammelnde Zeit nichtschon im ersten einen lieblichen mystischen Sinn,die Beschreibung künftiger Salomonischer Zeiten ge-funden hatte! Als Braut - und Liebeslieder einesandern Dichters hatte man sie nicht aufbewahrt.Wir haben also aus den blühendsten Zeiten der eb-raischen Dichtkunst nur wenig; so viel sich imSchiffbruche der Gefangenschaft am Namen derKönige, der Religion und Reichsgeschichke etwa ret-ten konnte. Die Stimme des Bräutigams und derBraut -r), jene Fceudengesange der Ernte und Wein-lese b), an die so oft gedacht wird, sind weggenom-men. Die Stimme der Müllerin u) und andrerGeschäfte ist verstummt; und alle Tochter des Ge-sanges sind im Staube entschlafen. Wie ein Ru-bin im Golde glanzt: so zierten Gesänge das Mahlbeim fröhlichen Weine 6) : sie sind nicht mehr.

Freude und Wonne der ländlichen Feste sind ausdem Felde hinweg; man hört nicht mehr dasHedad! das Jubelgcschrei der Keltertretcr in ihremGesanges). Wie unbillig ists daher, die Poesiedieses Volks im Ganzen mit andern Völkern zuvergleichen, da man von ihr nur einen oder zweiAeste, Ncligions- und Königspoesie hat,oder was man dafür ansah. Das andere ward nichtgesammelt oder ging verlohren.

->) Jer. 7 , 34.o) Predig. 12 , 4.e) Jer. 48, 33»

Jes. g, 3. Jer. eb, io.ä) Sirach, 3e, 7 . g.